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Warum maschinelle Übersetzung allein nicht reicht – vor allem im Marketing

  • Autorenbild: Patrick Haverty
    Patrick Haverty
  • 4. Sept. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 12. Okt. 2025


DeepL, ChatGPT & Co. sind heute überall. Und ja – maschinelle Übersetzung ist mittlerweile ziemlich gut. DeepL nennt sich sogar „der präziseste Übersetzer der Welt“.

Klingt beeindruckend, oder?

Aber genau da liegt das Problem: Wer das alles liest, denkt schnell, man könne sich den Profi sparen und einfach die Maschine machen lassen. Spart Zeit. Spart Geld.

Aber ganz so einfach ist es nicht.

Denn auch wenn KI‑Tools heute clever wirken, beim Übersetzen geht es um mehr als nur Wortersetzung. Und da tun sich immer wieder Schwächen auf. Ich sehe sie täglich.

Die größten Stolperfallen – kurz und ehrlich

➊ Fachbegriffe? Oft daneben

Maschinelle Übersetzung hat kein echtes Fachwissen. Begriffe aus Recht, Finanzen oder Technik werden oft wörtlich übernommen – oder schlicht falsch verstanden. Und was das im schlimmsten Fall bedeutet, können Sie sich denken: Missverständnisse, falsche Aussagen – oder ein Text, den kein Profi mehr ernst nimmt.

➋ Stil? Gibt’s nicht

Selbst wenn die Übersetzung korrekt ist, klingt sie oft irgendwie… maschinell. Eben nicht wie ein Mensch schreiben würde. Nicht idiomatisch. Nicht lebendig. Und wenn Sie selbst kein Muttersprachler sind, fällt Ihnen das vielleicht gar nicht auf – aber Ihren Leserinnen schon.

➌ Lange Sätze? Sprachsalat

Je komplizierter der Satzbau, desto grösser die Gefahr, dass der Sinn verloren geht. MT übernimmt die Struktur aus dem Original – aber die Logik? Nicht immer. Am Ende kommt dann ein Text raus, der grammatikalisch stimmt, aber inhaltlich Fragezeichen hinterlässt.

➍ Sprachbilder, Redewendungen, Humor? Schwierig

Was im Original charmant oder lustig klingt, wird oft einfach wörtlich übernommen – und wirkt dann im Zieltext entweder seltsam, unpassend oder völlig daneben.

➎ Kein Gespür für Kontext

Wörter mit mehreren Bedeutungen sind der Klassiker. Beispiel: „Recht“ – kann „law“ oder „right“ heissen. Ohne Zusammenhang kann MT das nicht zuverlässig entscheiden.

➏ Inkonsistente Begriffe

Maschinelle Übersetzung denkt nicht im Textfluss. Sie geht Satz für Satz vor. Das bedeutet: Ein Begriff wird mal so und mal so übersetzt – und der rote Faden geht verloren.

➐ Null Kreativität

MT ist nicht kreativ. Punkt. Sie zieht sich bestehende Formulierungen aus riesigen Datenmengen – aber sie denkt nicht. Gerade bei Werbetexten, Claims oder Überschriften funktioniert das nicht. Denn da brauchen Sie Ideen, nicht Muster.

➑ Keine Haftung

DeepL selbst schreibt in ihren Nutzungsbedingungen, dass sie keine Haftung für die Richtigkeit der angebotenen Übersetzungen übernimmt. Wenn sogar der „präziseste Übersetzer der Welt“ keine Garantie gibt, wollen Sie sich wirklich blind drauf verlassen?

Und was heisst das jetzt?

Maschinelle Übersetzung ist ein spannendes Tool – keine Frage. Ich nutze es selbst. Aber wie jedes Werkzeug funktioniert es nur, wenn man genau weiss, wo es sinnvoll ist – und wo nicht.

Deshalb gilt für mich: Für einfache Gebrauchstexte kann MT eine gute Basis sein. Aber alles, was Wirkung erzeugen soll – Marketingtexte, Websites, Slogans, Präsentationen – gehört in menschliche Hände.

Und wenn Sie maschinell übersetzen lassen? Dann lassen Sie den Text auf jeden Fall von einem Profi nachbearbeiten (Post-Editing). Nur so wird aus „passt schon“ ein Text, der wirklich überzeugt.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Text für maschinelle Übersetzung geeignet ist, melden Sie sich einfach – ich werfe gern einen Blick drauf.

 
 
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